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Das Eheversprechen – Traditionalist oder Individualist?

Das Eheversprechen – Traditionalist oder Individualist?

„Ja“ sagen. Ein so kurzes Wort mit so viel Bedeutung.
Und dann ist da natürlich noch die Frage nach dem Eheversprechen. Klar, das „Ja“ macht die ganze Sache rechtsgültig, aber gerne möchte der Ein oder Andere dem Partner auch ein individuelles Versprechen mit auf den Weg geben. Dieses Versprechen ist aber unter Umständen nicht ganz so einfach zu formulieren.

Es gilt einige Fragen zu klären und Details zu berücksichtigen, bevor man das „perfekte“ Eheversprechen in der Hand hält. Erst einmal sollte man sich überlegen, ob man dem Partner dasselbe verspricht wie dieser einem oder etwas Individuelles formulieren möchte. Das ist ganz klar Geschmackssache, aber da wir ja alle über eigenständige Persönlichkeiten verfügen, tendiere ich persönlich zu individuellen Versprechen. Mit unter kann es vorkommen, das man beim Formulieren des Eheversprechen feststellt, das es sooo viel zu sagen gibt. Was nun? Seitenlange Liebes- und Treuebekundungen enthalten vielleicht alles was Euch wichtig ist, aber bei einem Versprechen von mehr als 5 Minuten schlafen Euch vermutlich die Gäste ein. Nicht umsonst heißt es „In der Kürze liegt die Würze“. Also: Konzentriert Euch erst einmal auf das was ihr eigentlich sagen wollt, ausschmücken geht immer noch.

Und dann geht es auch schon ans Vortragen...Aber: Ihr seid weder Martin Luther King noch Prof.Dr. Irgendwas. Ihr haltet also weder eine politische Rede, noch einen wissenschaftlichen Vortrag. Und wo wir gerade bei Wissenschaft und somit Bildung sind- ihr haltet auch kein Referat. Im Klartext heißt das, ihr müsst Euer Versprechen nicht auswendig lernen und frei vortragen können. Es muss auch nicht laut geschrien werden, damit auch wirklich jeder Gast in der hintersten Reihe euch versteht. Es gilt: Notizen sind erlaubt. Aber es geht nicht darum einen möglichst erfrischenden, witzigen Vortrag bzw. Beitrag zur Begeisterung der Gäste zu leisten. Euer Eheversprechen sollte Eure Persönlichkeit widerspiegeln. Ihr seid kein Freund langer romantischer Reden? Dann macht es kurz und aussagekräftig. Wenn Ihr aber witzige und humorvolle Sprüche liebt kann natürlich auch das Eheversprechen witzig sein.

Wichtig ist, das ihr Euch mit dem was ihr sagen wollt wohlfühlt. Es gilt wie überall das rechte Maß zu finden. Ein komplett auswendig gelerntes Eheversprechen kann schnell monoton und unemotional wirken, ein komplett abgelesenes - ohne dem Partner in die Augen zu blicken - auch. Das Eheversprechen betrifft Euch und Euren Partner und ist sehr persönlich. Wen (wie mich) ein Mikrofon eher nervös macht, der sollte vielleicht darüber nachdenken, das Eheversprechen als intimen Moment zwischen dem Paar zu gestalten, ohne Rücksicht darauf, ob alle das Versprechen verstehen können. Wem es wichtig ist, dass alle hören was gesagt wird, der soll das Mikro nutzen.

Wie gesagt. Alles eine Frage des persönlichen Geschmacks.
Und wenn einem einfach die Ideen fehlen, gibt es ja zum Glück noch das Internet. Hier findet ihr zahlreiche Ideen. Schon mal drüber nachgedacht, das Eheversprechen als Dialog zu verfassen? Ihr findet das alles lächerlich? Auch kein Problem. Hat ja niemand gesagt, dass man nicht einfach schlicht „Ja“ sagen kann. In diesem Sinne: traut euch!

Heiratet doch einfach entspannt