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We always knew...

We always knew...

Ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber ich versinke gerade mal wieder in tollen Heiratsantragsvideos im Internet (berufsbedingt natürlich). Wenn man bspw. „best proposal“ bei Google eintippt, kommen innerhalb von 22 Sekunden 252 Mio(!!!) Ergebnisse. Unter anderem natürlich auch diese Best-of –Youtube-Zusammenschnitte in denen man sich schnell mal verlieren kann. Generell scheint aber das Motto „schneller, höher, weiter“ zu lauten. Heiratsanträge müssen immer kreativer und ausgefallener sein, scheint es. Da ist auch jedes Mittel recht und schnell werden Freunde, Nachbarn oder gleich ganz Disneyland für einen Proposal-Flashmob eingespannt. So schön und aufwändig Flashmobs auch sind, ich finde sie mittlerweile ein wenig ausgelutscht und plädiere an dieser Stelle für etwas unaufgeregtere (genauso schöne) Varianten. Man muss nicht immer gleich Tausende einspannen um der Liebsten zu zeigen, dass man den Antrag wohlüberlegt und liebevoll geplant hat. Im Folgenden stelle ich Euch gleich mal zwei Männer vor, die alles richtig gemacht haben (denn die Damen haben Ja gesagt) und das ohne großartig viel Aufhebens - aber ebenso liebevoll und von langer Hand geplant. So hat ein Herr in Österreich ein Rapsfeld unweit seines Hauses für seinen Antrag präpariert. Er hatte nämlich die schöne Idee, zwei ineinander verschlungene Ringe, die Initialen des Paares samt Fragezeichen und obligatorischem Herzen in den Raps zu mähen. Und nein, er ist nicht einfach mit dem Mähdrescher los und hat das mal eben gemacht. Von der Aussaat der Pflanzen, über mehrmaliges Mähen per Hand und das Zittern und Bangen um die Pflanzen bei suboptimalem Wetter hat er über ein ganzes Jahr hinweg alles vorbereitet. Er ist dann mit seiner Liebsten im Heißluftballon über das Feld geflogen und hat die Frage aller Fragen gestellt. Kornkreise romantically reloaded sozusagen. Süß, oder?
Der zweite Herr im Bunde stammt aus Kanada und war sich sofort ganz sicher: Er hat die Frau fürs Leben gefunden. Innerhalb des ersten Jahres ihrer Beziehung hat er beschlossen, dass sie an seine Seite gehört, wollte aber nicht mit der Tür ins Haus fallen und den beiden Zeit lassen. Die beiden sind sehr reisebegeistert und in jedem Urlaub hat er ein Foto von ihnen machen lassen auf welchem sie einen Buchstaben hochhalten. Sechs Jahre und viele tolle Urlaube später, hat sich so „We always knew“ – wir wussten es immer – ergeben. Ende der Geschichte? Wohl kaum. Im nächsten Urlaub haben die beiden auf seine Initiative hin wieder ein „W“ hochgehalten. In guter, alter Tradition hat sie sich wohl gedacht. Nicht aber, dass im Hintergrund zwei Mädels ein Banner hinter ihr ausrollen auf dem „...ill you marry me“ steht. Die rollen es dann auch direkt wieder diskret ein, damit ein Blick über die Schulter nicht die ganze Überraschung zerstört. Während sie das geschossene Foto auf der Kamera inspiziert und natürlich total perplex ist, zaubert er noch schnell den Ring aus der Jackentasche und geht auf die Knie. Geplant über 6 Jahre, durchgeführt in 3 Minuten. Und so romantisch und individuell. Unrealistisch, das man bereits im ersten Jahr so sicher ist, findet ihr? Mag sein, dass das nicht jedem so geht. Aber hoch romantisch auf jeden Fall. Und falls er sich doch nicht getraut hätte, wäre schon die erste Botschaft ein toller Liebesbeweis gewesen.
Natürlich muss nicht jeder Antrag über Jahre hinweg geplant sein. Es gibt so viele schöne Ideen. Wichtig ist doch nur, dass ihr an diesem Tag im Mittelpunkt steht. Das gelingt meiner Meinung nach auch ohne Flashmob und große Auftritte. Und wer bei der Ideenfindung bzw. Umsetzung und Planung Hilfe benötigt, kann ja mal bei seinem Hochzeitsplaner des Vertrauens nachhaken.

Heiratet doch einfach entspannt